Marketa Kolarova, Dipl.-Ing.(FH) Ing.
Diplomingenieurin Landschaftsarchitektur, freie Objektplanerin und Fachjournalistin

Garten Suchdol
ein großer Naturgarten um einen Bauernhof im Süden Tschechiens
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Der Hof

Der Bauernhof liegt in einem kleinen Dorf im Naturpark "Böhmisch Kanada". Zu den Außenanlagen gehören ein geschlossener Hof und ein Garten (Hinterhof, Oberer und Unterer Garten), der sich an drei Seiten des Bauernhofes erstreckt. Die Westseite des Gartens grenzt an den Dorfplatz (Dorfwiese, Dorfteich), die gesamte Ostseite an Freiflächen (Wiesen mit Hecken).
Nicht nur die natürliche Umgebung des Grundstücks, sondern auch die Höhe von 644 m ü. NN prädestinierten den Garten für naturnahe und pflegeleichte Gestaltung. Heute bietet er sowohl ruhige intime Bereiche als auch freie Flächen mit Weitblick. Mit zahlreichen Natursteinmauern terrassiert und untergliedert besteht er aus mehreren Teilen. Durch konsequente Verwendung von ortsüblichem Granit bilden Gebäude und Garten eine Einheit.

Der privateste Teil des Gartens ist der Hof. Seine Gestaltung orientiert sich an der historischen Funktion. Die Durchfahrt zwischen den beiden Toren des Hofes sowie in die offene Scheune und zum ehemaligen Stall bleibt erhalten. Die Pflanzflächen entstehen wie zufällig in den weniger frequentierten Bereichen (um den Brunnen, entlang der Mauern, Wege und der Regenrinne). Breite Steinstufen zieren einen flachen Wiesenhang und führen zum ehemaligen Dreschplatz.
Das hintere Tor des Hofes verbindet diesen mit der freien Landschaft, hier beginnt ein alter Hohlweg, der früher in die Felder und zum Wald führte. Durch massive Erdarbeiten und den Bau von Stützmauern und Treppen konnte an der Ostseite des Hauses ein kleiner versenkter Hinterhof entstehen. Von hier gelangt man über zwei breite Stufen links in den Unteren Garten oder über sieben Stufen rechts in den Oberen Garten.

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Der Hinterhof

Der Obere Garten
Der Hang des Oberen Gartens wurde durch Terrassierung in zwei ebene Schotterwiesen und einen höher liegenden Sammlungsgarten unterteilt. Dieser wurde durch kleinere Terrassen weiter gegliedert und für Staudensammlungen und Gemüsebeete vorbereitet. Der Sammlungsgarten ist über drei Wege erreichbar: direkt über eine große Treppe, von Westen langsam steigend und den Sammlungsbeeten folgend oder von Osten über eine Naturwiese.
Auf der untersten Schotterwiese soll nach dem Ausbau der Scheune ein Wintergarten entstehen.

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Der Obere Garten

Der Untere Garten
Der Untere Garten fängt an der nördlichen Seite des Hauses an und ist der größte und zugleich auch aufwendigste Teil der Gartenanlage. Er setzt sich aus mehreren Terrassen, einem Wassergarten (Teich, Wasserlauf und Wasserbecken mit einem Kreislauf), einem Obstgarten und einer großen Pergola zusammen.
Die fächerförmig angeordneten Terrassen überlagern sich und verbinden mehrere Funktionen und Wege. Sie ermöglichen einen Ausblick vom Haus. In der entgegengesetzten Richtung bilden sie eine große Kaskade. Sie ergänzen das Gebäude und sorgen für das richtige Verhältnis zwischen freier Natur und dem Gebauten.

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Der Damm des im Herbst 2003 ausgehobenen Teiches wurde im Sommer 2004 durch eine Stützmauer in Sitzhöhe ergänzt. Diese bildet einen Gegenstück zu den Terrassen am Haus. Der Garten unterhalb der Terrassen wird somit eingefasst und erhält Spannung. Das Wasser aus dem Teich wird mit Hilfe einer Kreiselpumpe unterirdisch in ein Überlaufbecken oberhalb des großen Wasserbeckens gepumpt. Von hier aus fällt es über eine kleine Wassertreppe in das Becken und weiter in den Bach. Dieser schlängelt sich durch die Wiese zurück in den Teich.

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Der Untere Garten

Projektdaten:
Fläche: 3145 m2
Planungsphase: 1999 - 2003
Ausführung: in 5 kleinen Etappen 2000 - 2005

Auswahl der Pläne:      
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Der Gesamtplan der Gartenanlage .....Der Hof Der Obere Garten .. Der Untere Garten


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Öl, Martina Smejdova (Buresova)

      "Das allerlästigste waren die wahrhaft entsetzlichen Haufen von Schutt, die zu beseitigen waren, bevor an das Pflanzen von irgend etwas nur gedacht werden konnte. Das Gelände stand zum Verkauf, seit der letzte Besitzer, ein Bauer, gestorben war. Selbstverständlich hat er die Umgebung des alten Schlosses auch nie als einen Garten angesehen, sondern eher als praktischen Entsorgungsplatz für verrostetes Eisen (...). Die Unmenge alter Bettgestelle, Pflugschare, alter Kohlstrünke, alter, zerfetzter Trockenklosetts, alter Drahtknäuel und die Berge von Sardinenbüchsen, alles verwoben in einem Wirrwarr von Winden, Brennesseln und Zwergholunder, hätten ausgereicht, jedermann zu entmutigen" (Vita Sackville-West in 'Sissinghurst, Portrait eines Gartens' - Schöffling&Co. 1997, Seite 11f).


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